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Zittau – eine Stadt im Dreiländereck

Salzhaus - ZittauDie Große Kreisstadt Zittau liegt im Landkreis Görlitz, im äußersten südöstlichen Zipfel von Sachsen. Die im Dreiländereck Polen-Tschechien-Deutschland gelegene Stadt ist eine Sechsstadt und gehörte dem zwischen 1346 und 1815 existierenden Oberlausitzer Sechsstädtebund an. Heute ist Zittau die zweitgrößte Stadt im Landkreis Görlitz.

Am Fuße des Zittauer Gebirges liegt die Stadt direkt im Zittauer Becken. Im Nordwesten schließt sich das Oberlausitzer Bergland an, im Osten befinden sich die Ausläufer des Isergebirges. Der Fluss Mandau fließt durch die Stadt und mündet in der Lausitzer Neiße. Im Südwesten von Zittau liegt der Olbersdorfer See, ein ehemaliger Tagebau, der heute ein Freizeit- und Erholungsgebiet ist. Zittau bietet für Naturliebhaber, die Berge und Wasser gleichermaßen lieben, die perfekte Anlaufstelle.

Zittau wurde 1238 zum ersten Mal erwähnt

Existiert hat aber auch vor diesem Jahr schon ein Ort an dieser Stelle. Im frühen Mittelalter führte eine alte Handelsstraße hier entlang. Es befand sich ein slawischer Weiler an dieser Straße. Etwa im 10. Jahrhundert entstand eine Burg und etwas östlich davon, im Bereich der heutigen Innenstadt, wurde im 13. Jahrhundert ein Waldhufendorf gegründet. 1238 wurde der Ort zum ersten Mal schriftlich erwähnt. In einem Dokument tauchten die Herren der Burg von Sitavia auf. Einer Legende nach soll im Jahre 1255 der König Ottokar II. Von Böhmen die Stadt umritten haben und so die Grenzen festgelegt haben, auf der die Stadtmauer erbaut wurde. Die Siedlung wurde zur Stadt erhoben. Übrigens besaß Zittau bis zum Tode des böhmischen Königs das Recht, Münzen zu prägen und die Steuerfreiheit.

1346 gründete Zittau gemeinsam mit Lauban, Löbau, Görlitz, Bautzen und Kamenz den Oberlausitzer Sechsstädtebund. Mit seiner Hilfe sollte der Willkür des Adels Einhalt geboten werden. Außerdem wollte man dem Raubrittertum entgegentreten. Im Städtebund trug Zittau den Beinamen „die Reiche“, und das nicht zu Unrecht. Der Haupterwerb der Stadt lag in der Bierbrauerei und der Tuchherstellung. Um 1700 wurde der Handel mit Leinwand sogar europaweit betrieben, die Tuchmacherei und Brauerei machten die Stadt samt ihrer Bürger reich. Mit der Bildung einer Kaufmannssozietät 1705 wurde auch ein Buchhandel aufgebaut.

In den folgenden Jahren wurde die Stadt immer wieder von Kriegen, Überfällen und Katastrophen heimgesucht. Mehrere Stadtbrände zerstörten große Teile von Zittau. Und auch die Pest brach immer wieder aus. Und auch die Hexenverfolgung ging an Zittau nicht spurlos vorüber. 1695 bis 1768 gerieten eine Frau und drei Männer und Hexenprozesse.

Ein schwarzer Tag für Zittau war der 23. Juli 1757. An diesem Tag im Siebenjährigen Krieg wurde Zittau von österreichischen Truppen in Schutt und Asche gelegt. Die in der Stadt lagernden Preußen wollten die Stellung nicht aufgeben und kämpften bis zum letzten Mann. Erst als die Situation wirklich aussichtslos wurde, traten sie den Rückzug an. In Zittau brannten 80 Prozent der Wohnhäuser, die Johanniskirche samt Silbermann-Orgel und das Rathaus samt Archiv. Eine europaweite Solidaritätsaktion setzte ein und lange Zeit war Zittau ebenso präsent wie später Dresden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden in Zittau Außenlager der KZs Auschwitz und Groß-Rosen errichtet. Im Zwangslager Klein-Schönau waren über 1000 weibliche und männliche Häftlinge untergebracht, die in den Zittwerken arbeiten mussten.

Seit 1996 ist Zittau eine Große Kreisstadt, in der zahlreiche Events stattfinden, die auch über die Grenzen des Freistaates hinaus bekannt wurden.

Zittau ist wichtiger Wirtschaftsstandort

Nicht ohne Grund wird Zittau als Drehscheibe im Dreiländereck bezeichnet. Durch seine besondere Lage mit Nähe zu Polen und Tschechien ist Zittau als Wirtschaftsstandort gefragt. Seit dem Beitritt von Polen und Tschechien zur Europäischen Union bietet sich hier eine optimale Verbindung zu den Handelszentren der ausländischen Nachbarn sowie deren Absatz- und Beschaffungsmärkten. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird in vielen Wirtschaftszweigen groß geschrieben.

Zittau ist vor allem durch seine historische Wirtschaft geprägt. Die Textilindustrie ist immer noch stark vertreten. Doch auch der Maschinen- und Anlagenbau und der Metallbau haben eine lange Tradition. Den Branchenmix vervollständigen die Elektrotechnik, die Oberflächenbeschichtung und die Kunststoffverarbeitung. Viele kleine und mittelständische Unternehmen bestimmen das Wirtschaftsbild der Stadt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten in Zittau

Zittau hat einiges Sehenswertes zu bieten. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Kulturdenkmäler warten hier auf den Besucher. Vom Salzhaus über das Rathaus im Stil der Neorenaissance bis hin zum historischen Wasserturm lohnt ein Bummel durch Zittau. Wer all die historischen Gebäude von Zittau und Umgebung erkunden möchte, sollte sich Zeit nehmen. Und auch die Sakralbauten der Stadt wie die katholische Pfarrkirche Mariä Heimsuchung machen von sich Reden. Dazu kommen viele Denkmäler, welche an wichtige Ereignisse erinnern. Parks, Gärten und Naturdenkmäler runden das Konzept Zittau ab.

Natürlich hat Zittau auch kulturell einiges zu bieten. Theater, Museen und Bibliotheken stehen den Zittauern und den Besuchern der Stadt zur Verfügung. Regelmäßige Veranstaltungen wie das Zittauer Stadtfest, das Spectaculum Citaviae oder das Jazzfestival ziehen jährlich unzählige Gäste an, und das nicht nur aus der nahen Umgebung. Und auch junge Leute sind in der Stadt willkommen, die sich zusehends zur Hochschulstadt mausert. Discotheken, Theater für junge Leute, Bars und Kneipen locken am Abend und lassen Zittau lebendig werden.